Die Schleie – lat. Tinca tinca

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Kurzfassung
Die Schleie lebt am Grund pflanzen- und schlammreicher langsam fließender Gewässer, Altarmen und Seen. Häufig wird sie als Beifisch in Karpfenteichen gehalten. Dabei verträgt sie auch sauerstoffarme Gewässer. Sie hat eine gedrungene Körperform, mit kleinen Schuppen und kleinen Augen. Die Bauchflossen des Männchens sind deutlich länger als die des Weibchens. Dank ihres schmackhaften Fleisches ist die Schleie ein begehrter Zielfisch unter Karpfenangler, beißt jedoch nur sehr zaghaft. Den besten Erfolg erzielt man mit einer leichten Posenangel. Neben der olivgrünen Wildform gibt es als Zuchtsorte die Goldschleie für Gartenteich und Kaltwasseraquarium.

Vorkommen und Lebensraum
Die Schleie ist West- und Mitteleuropa weitverbreitet. Sie fehlt in Schottland, Island,  im Norden Skandinaviens, in Südosteuropa und auf den Mittelmeerinseln. Auch in der östlichen Ostsee ist sie heimisch. Sie besiedelt Gewässer bis in Höhenlagen von mehr als 1500m ü.NN. Die Schleie hält sich gerne in den unteren Wasserschichten ruhiger Gewässer auf, wo sie im schlammigen Untergrund nach Würmern, Schnecken und anderen Futtertieren wühlt. Sie überlebt auch in abwasserführenden oder stark eutrophierten Gewässern mit geringem Sauerstoffgehalt. Ihre Futterplätze sind oft am Aufsteigen von Gasblasen zu erkennen. Im Frühjahr streicht sie gern dicht an der Röhrichtzone entlang. Die Zitterbewegung der Schilfrohre und Halme lässt dann vermuten, dass Schleien unterwegs sind.

Merkmale
Die Schleie Tinca tinca gehört zu den karpfenartigen Fischen, wird aber inzwischen in eine eigene Familie der Schleien gestellt, da sie sich in einigen Merkmalen von anderen Karpfenfischen unterscheidet. Sie hat einen gedrungenen Körperbau mit einem kleinen, endständigen Maul mit je einer Bartel in den Mundwinkeln. Die Schuppen sind sehr klein und liegen unter einer dicken, schleimigen Oberhaut. Auch die Augen sind verhältnismäßig klein. Die dunkel rötlichbraunen Flossen sind abgerundet; Männchen erkennt man an den deutlich verlängerten Bauchflossen. Außerdem sind die Männchen schlanker und bekommen zur Fortpflanzungszeit einen Laichausschlag. Die Wildform hat je nach Standort eine helle bis dunkel olivgrüne Körperfärbung, oft verbunden mit einem goldgelben Schimmer. Daher hat man schon seit längerem die Goldschleie herausgezüchtet, die gerne in Zier- und Gartenteich gepflegt wird.

Wirtschaftliche Bedeutung und Angelsport
Als  schmackhafter Fisch wird die Schleie gerne als Beifisch in Karpfenteichen gehalten. In der Teichzucht wachsen sie schneller heran als Karpfen. In Osteuropa und in China werden Schleien in großen Aquafarmen gezüchtet.  Im Gegensatz zu Karpfen haben Schleien einen kurzen Darmtrakt, ein Hinweis darauf, dass sie  tierische Nahrung bevorzugen.   Tagsüber ruht die Schleie im Dickicht der Unterwasserpflanzen. Die Schleie geht erst in der Dämmerung morgens oder abends, vor allem aber bei regnerischem Wetter und vor Gewitter, auf Nahrungssuche.  Im Frühjahr ist sie am bissfreudigsten; allerdings nimmt sie Köder wie Würmer, Maden, Muschelfleich, Mais und Miniboilies nur sehr zaghaft an und bleibt äußerst vorsichtig. Den besten Fangerfolg hat man mit einer leichten Posenangel. Hat man sie am Haken, zeigt sie sich  kampfstark.

Teichzucht
Schleien lassen sich auch in kleineren Teichen züchten. Dort neigen sie allerdings zur Verbuttung, d.h. sie bleiben weit unter dem Durchschnittsmaß von 40cm.  Das Weibchen legt bis zu 300.000 pro Saison zwischen April und Juni. Weitere Informationen zu Fischen im Gartenteich findet man auf gartenteich-ratgeber.com.

Gastartikel von Claudia Wartmann


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